Lymphoedem

Unzählige Lymph-Sammler (Lymph-Collectors) sammeln die interstitielle Lymph-Flüssigkeit aus der Haut und Unterhaut Gewebe und transportieren diese in Lymph-gefäße. Die Lymphgefäße formen ein sehr gut organisiertes Netzwerk von Gefäßen, die die Lymphe in die Lymphknoten anbringen. Die Lymphknoten sind in strategischen Stellen des Körpers sehr organisiert verteilt. Letzendlich landet die Lymphflüssigkeit sowie andere emulsierte Fettpartikeln im Ductus thoracicus, welche in das zentrale VEnensystem einmündet und diese Flüssigkeit  dorthin drainiert.

Sekundäres Lymphödem einer Extremität resultiert wenn die Lymphknoten des entsprechenden Bereiches entfernt werden, z.B. bei Entfernung der Brustdrüse und die Achsel-Lymphknoten bei Brust-Krebs erkrankten Frauen.  Typischer weise entsteht ein peripheres Lymphödem des Armes, welche behandlungsbedürftig wird. In solchen Fällen sind Lymphdrainage-Massagen, Kompressionsstrümpfe, apparative Kompressionstherapie, sowie andere pflegerische Maßnahmen sind lebenslang erforderlich. Dennoch können tertiäre Probleme mit der Haut, Weichteilgewebe  sowie mit den peripheren Nerven entstehen.

In einer selektierte Gruppe von Patientinnen, (möglichst innerhalb fünf Jahren nach Lyphmknotenentfernung und/oder mit intakter Lymph-Pumpfunktion der Lymphgefäße) könnte die sogenannte Super-Mikrochirurgische Lympho-Venöse Bypass  (aka Lymphovenöse Anastomosen) von Vorteil sein. Bei dieser Operation werden die Lymphgefäße der Peripherie mit den im Unterhautgewebe gelegenen Venülen unter maximaler operationsmikroskopischer Vergrößerung und mit der Benutzung von speziellen Mikrominiaturfäden and verschiedenen Stellen des Armes/Beines angeschlossen. Hierdurch wird der natürliche Kreislauf der Lymphe umgegangen und direkt in das venöse System der Peripherie drainiert.

Eine operativ komplexere und weniger erfolgreiche Methode (reserviert für komplexen Fällen) ist die mikrochirurgische Autotransplantation von vaskularisierten Lymphknoten von einem gesunden Teil des Körpers.  Z.B. werden Teile der Lymphknoten aus dem Leistenergion der gesunden Seite an die erkrankte Achselseite autotransplantiert. Diese Behandlung ist reserviert für besonders schwere und einzelne Fälle von sekundärem Lymphödem.

Chirurgische Behandlung ist in der regel komplementiert durch manuelle Lymphdrainage Massagen sowie apparativ unterstützte Lymphdrainage. Bei der letzteren wird ein Mehrkammer-Manschette an die erkrankte Extremität angebracht und an das Pumpgerät angeschlossen. Mit einem speziell gesteurten Computer-Programm werden die Kammern der Manschette von der Peripherie nach Zentral seriell gepumpt, somit eine gleichmäßige und wiederholbare Lymphtransport erfolgt. Die apparative Gleichmäßigkeit und Wiederholbarkeit ist manuell schwer zu erreichen. Ferner, ist die tägliche mehrmalige Anwendung mit der apparativen Methode möglich. Eine Kombination von chirurgischen Operationen, manuelle Lymphdrainage-Massagen, apparativ assistierte Lymphdrainage sowie speziell angepasste Komperssionsstrümpfe spielen eine bedeutsame Rolle in der Behandlung von peripherem sekundären Lymphödem.