Nervenschmerz

Schmerz ist ein physiologisches Schutzphänomen und benötigt ein intaktes peripheres sowie zentrales Nervensystem. Zum Beispiel, wenn man mit der Hand eine glühende Herdplatte annähert, die physiologische, normale Schmerzwahrnehmung zwingt uns automatisch die Hand von dem Stimulusfaktor zu entfernen, durch einen spinalen Reflexmechanismus.

Die intakte periphere Nerven sind Zuständig hierfür sowohl die äußere Situmulssignale (glühende Herdplatte in unserem Beispiel) an das zentrale Nervensystem zu übertragen, als auch die Nervensignale zur erforderlichen Bewegungsreaktion der Hand zu den Zielmuskeln zu liefern, somit die Reflexbewegung zeitgerecht stattfindet.

Bei einem Verletzten oder Läsionierten peripehren Nervensystem können solche „Stimulussignale“ automatisch fehlerhaft entstehen, ohne der Stimulusfaktor überhaupt existiert. Diese „Fehlmeldungen“ nimmt der Patient als Schmerz wahr.

Man nennt den Schmerz als chronisch, wenn er länger als sechs Monate immer wiederkehrt, ständig vorhanden ist und durch Medikamente sich nur bedingt beeinflussen lässt.

Für die Behandlung von Nervenschmerz ist ebenfalls ein Stufenschema angesagt, abhängig von Ursache der Schmerzen.

Bei sogenannte Nerve-Tethering-Schmerz, z.B. nach Trauma-Ereignissen und Vernarbungen, wodurch der Nerv in einer Stelle vernarbt bleit und mit der Bewegung der Extremität nicht mitgleitet, ist eine chirurgische Narbenrevision und Detethering sinnvoll und erfolgsversprechend.

Chirurgische Behandlung sollte zusammen mit anderen konservativen Methoden, wie z.B. Medikamentöse Therapie, Krankengymnastik, Fangobehandlung etc., strategisch angepasst angewendet werden, um Erfolg erzielen zu können.

Wenn sämtliche Therapieverfahren keine ausreichende Schmerzlinderung erbringen, gibt es die Möglichkeit einer neuromodulativen Therapie. Als Neuromodulation bezeichnet man eine Behandlungsmethode, welche am Schmerzleitungssystem im Gehirn, Rückenmark oder periphere Nerven direkt ansetzt, somit die Schmerzübertragung, bzw. Wahrnehmung zu beeinflussen. Die Modulation erfolgt durch elektrische Impulse, (Neurostimulation) oder durch Medikamente (Medikamentenpumpen).

Die elektrische neuromodulative Verfahren sind: Periphere Nerven Stimulation, Rückenmarkstimulation (DCS- Dorsal cord stimulation), Hirnoberflächenstimulation (Motor-cortex Stimulation) sowie tiefe Hirnstimulation (DBS- Deep Brain Stimulation).

Die Grundlage der Medikamentenpumpen besteht darin, daß man extrem niedrige Mengen von potenten Schmerzmittel (Morphium) benötigt um eine Schmerzlinderung zu erreichen, wenn man das Medikament direkt in das ZNS-Liquorraum appliziert. Hierbei wird das Morphinpräparat durch ein Katheter im lumbalen subdurale Raum mit einer, unter der Bauchdecke implantierten elektronischen Medikmentenpumpe, in genau kalkulierten Dosierungen appliziert. Die Befüllung der Pumpe erfolgt problemlos durch die Haut und in regelmäßigen Abständen.


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