Schaedel und Gehirn

Neurochirurgisch relevante Krankheiten des Schädels und des Gehirns können in den folgenden Kategorien klassifiziert werden:

(1) Schädel-Hirn-Trauma (leichten, mittleren und schweren Grade)

(a) Schädel und Gesichtsfrakturen
(b) Gehirnschwellung und Koma

(2) Hirnblutungen

(a) Traumatische Blutungen (Subdurale, epidurale und Kontusionsblutungen)
(b) Spontane Blutungen (Hirnmassenblutung, Ameloide Angiopathie)
(c) Blutungen aus Gefäßanomalien (Hirnarterienaneurysmen, Arteriorvenöse Malformationen)

(3) Tumorerkrankungen des Gehirns

(a) Hirneigene Tumore (Gliome, Astrozytom, Oligodendrgliom, Glioblastom)
(b) Hirnmetastasen (Tochtertumore)
(c) Meningeome (Hirnhauttumor)
(d) Teratome (neuroektodermale Entwicklungstumoren)
(e) Lymphome des Zentralnervensystems
(f) Tumoren der Hirnnerven (z.B. Vestibularisschwannom, Acusticusneurinom)
(g) Neuroendokrine Tumoren
(h) Tumoren der Hirnhangdrüsen (Hypophysentumore)

Die Behandlung von Krankheiten des Schädels und Gehirns hängt von der Schwere und Ausmaß der Verletzung (bzw. Erkrankung), allgemeine Prognose sowie, nicht zuletzt, Alter des Patienten

Bei Schädelhirnverletzungen ist in der überwiegende Mehrheit der Fälle ein Notfalleingriff erforderlich, z.B. zur Hebung von Impressionsfrakturen, Entfernung von epi- und subduralen Blutungen, etc. Nach den chirurgischen Eingriffen wird eine intensivtherapeutische Behandlung, gefolgt von eine Rehabilitationsbehandlung notwendig. Die Entscheidungen über die Operationen und Folgebehandlungen werden in jedem betroffenem Fall individuell getroffen.

Bei neurovaskulären Erkrankungen (Aneurysmen, ateriovenöse Malformationen (AVM), durale AV-Fisteln, Cavernome), sowie bei akuten Blutungen aus diesen Gefäßquellen ist eine rasche Entscheidung erforderlich, welche Art der Behandlung im individuellen Fall am besten geeignet ist.

Die verschiedene Behandlungsmöglichkeiten sind (a) operative Ausschaltung der Blutungsquellen durch Schädeleröffnung (Clipping, Entfernung von AVM, Cavernome etc.) (b) Interventionelle Behandlung (z.B., Coiling von Aneurysmen, Embolisation von AVM) und (c) Gezielte Bestrahlung, z.B. Gamma-Knife und Cyber-Knife Therapie.

Bei Tumorerkrankungen des Gehirns, Hirnnerven und der umliegenden Strukturen (z.B. Meningeom) hat die operative Therapie Vorrang. Hierbei sollte das Tumorgewebe möglichst vollständig entfernt werden, jedoch ohne Beteiligung der gesunden Gehirngewene, somit ohne Funktionsverlust. Manchmal ist die Grenze zwischen dem Tumorgewebe und dem gesundem Gehirngewebe sehr dünn oder sogar nicht vorhanden. Deshalb sollten moderne Operationsmethoden wie Mikrochirurgie, Endoskopie, Exoskopie, Neuronavigation sowie intraoperatives Neuromonitoring benutzt werden um die gesunde Gehirnfunktionen nicht zu schädigen, zu schonen und zu erhalten.

In manchen Fällen ist nur eine Probegewinnung (stereotaktische Biopsie) gefolgt von entweder Operative oder adjuvante Therapie zu empfehlen.

Bei bösartigen Hirntumoren ist eine Folgebehandlung entweder durch Strahlentherapie oder durch Chemotherapie oder durch die Kombination – Radiochemotherapie – erforderlich. Manchmal ist eine interstitielle Bestrahlung (z.B. durch Seed-Implantation) und/oder topische Chemotherapie (operatives Anbringen von Chemotherapie-Plättchen in der Tumorhöhle) empfehlenswert.

Bei allen Arten von Hirntumoren ist eine engmaschige Nachsorge ebenfalls wichtig um Tumorrezidive und Neuentwicklungen rechtzeitig zu erkennen.

Auch im Bereich der Hirntumoren, sollte jeder einzelner Fall individuell eingeschätzt werden und der entsprechende Therapieansatz angewendet werden.